Sonntag, 7. November 2010

Seit fünf Jahren arbeite ich nun in der Pflege. Ich habe mich immer gefragt wie es sein würde wenn ich diese Situation antreffe, bisher kam ich aber nie in diese Situation. Letzten Donnerstag war es soweit. Das erste mal ist eine Patientin von mir gestorben. Es ging ganz schnell, also sie musste nicht leiden. Ich war die ganze Zeit bei ihr und habe ihr die Hand gehalten. Als sie gestorben war durfte ich sie noch umziehen und schön machen, damit sich die Angehörigen noch von ihr verabschieden konnten. Ich wurde an diesem Tag sehr gut von einer Diplomierten Betreut, da ich noch nie jemanden beim sterben begleitet habe. Es war ein trauriges Ereignis, aber nicht Traumatisch. Ich fand es schön, dass ich sie bis zum Schluss begleiten konnte, auch wenn es doof klingt. Aber der Tod gehört zum Leben und ich arbeite in einem Altersheim und die Menschen kommen dorthin um den letzten abschnitt ihres Lebens bei uns zu verbringen. Da finde ich es schön, dass wir sie noch begleiten könne und sie nicht alleine gehen müssen.
Eine andere Mitarbeiterin hatte aber grosse Probleme mit dieser Situation. Sie war am Tag vorher bei dieser Patientin zuständig und machte sich Vorwürfe ob sie etwas falsch gemacht haben könnte. Ich habe ihr etwa 3 Mal erklärt, dass sie nichts damit zu tun hat und auch andere haben ihr gesagt, dass sie keine Schuld hat. Trotzdem konnte sie diesen Gedanken nicht ablegen. Auch schon als ein Patient ein CVI hatte machte sie sich Vorwürfe, weil sie am Tag vorher bei diesem Patienten zuständig war. Auch damals habe ich ihr das Krankheitsbild erklärt und dass man vorher meistens keine Symptome erkennt. Aber auch dort hat sie jede Person wieder gefragt ob sie nicht doch etwas hätte anders machen können. Und nun eine Frage an euch: Habt ihr eine Idee oder Tipps die ich ihr geben kann, dass sie sich besser abgrenzen kann? Ich möchte ihr gerne helfen und nehme mir auch immer viel Zeit um mit ihr die Situation zu besprechen, doch ich habe immer das Gefühl, dass ich ihr damit nicht helfen kann.
So, nun muss ich wieder an meiner Diplomarbeit weiter schreiben. Wünsche euch allen einen Guten Wochenanfang!

1 Kommentar:

Dany, die mit den Katzen strickt. hat gesagt…

Ich denke dass nur sie selber sich helfen kann. Vielleicht sagst Du ihr mal, dass sie all das Positive sehen soll, das sie für diese Frau getan hat. All diese kleinen Sachen bei der sie ihr geholfen hat.....
Ich möchte auch mal so sterben, dass jemand meine Hand hält. Ich finde das schön!
Liebi Grüess
Mam